Das Interview mit Roger Kupfer erschien in einer der lezten Ausgaben der NRHAtoday dem Vereinsorgan der NRHA Germany. Roger gestattete uns freundlicherweise die Übernahme in unsere Website.

Er ist einer  der ersten Mitglieder der NRHA Germany, deren Gründung er  für das Wichtigste für den  Reiningsport in Deutschland hält. Seit 20 Jahren lebt er vom Westernreiten, seine Passion ist Unterrichten. Und jeden Tag aufs Pferd zu steigen um zu trainieren, denn jedes  Pferd ist anders. Roger Kupfer ist begeistert vom olympischen Gedanken. Und in diesem Zusammenhang hat er sich geärgert. Beim Beobachten von Kollegen, die zum Abreiten nicht korrekt angebrachte Schlaufzügel verwenden. „Es ist beschämend, wie manche  Leute abreiten. Mit Schlaufzügeln am Ellenbogen vorbei  im Fallgurtring eingehängt und ziehen - das ist eine Tortur für die Pferde. Und dann sieht man auch Amateure damit, die überhaupt nicht wissen, was sie da  machen. Wenn wir als Randgruppe Westernreiter durch solche Sachen in die  Kritik geraten, schadet uns das doch viel mehr, als zum Beispiel den etablierten Springreitern.“

NRHAtoday: „Verwenden  Sie nie Schlaufzügel?“
Roger  Kupfer : „Ne, ich  habe gar keine. Ich halte nichts davon, da sie zu oft falsch gehandhabt werden. Die Pferde leiden darunter. Ich versuche, mein Programm sehr schlicht und einfach zu halten und benutze keinerlei Hilfszügel. Mein Bestreben ist es,  ein  Pferd reifen zu lassen, solide und losgelassen dem Alter und der Entwicklungsstufe entsprechend zu trainieren.
Ich halte nichts von Abkürzungen, Effekthascherei und Methoden, die zu zwangvoll auf das Pferd  einwirken. Die sind dadurch der Entwicklung und dem Reifeprozess des Pferdes nur schädlich. Jungen Pferden wird durch überschnelles Arbeiten meist die Chance genommen, im Hochleistungsalter zwischen 7 und 14 Jahren zur vollen Entfaltung zu gelangen. Es darf nicht unser Ziel sein, im jugendlichen Alter zwischen 3 und 4 Jahren schon Höchst Leistung zu fordern.” Auch beim Thema Doping ist Roger Kupfer die Vorgensweise der Verbände zu lax. Die Vereine sollten sich untereinander absprechen, einen Dachverband gründen. Es geht doch nicht an, daß jemand, der zum Beispiel bei der AQHA durch Doping aufgefallen ist, bei der NRHA weiter starten darf und nicht mal unter strenger Kontrolle steht. Wer dopt, verdirbt den Sport und die Zucht.”

NRHAtoday: “Wo liegt in diesem Zusammenhang die Verantwortung der Besitzer der Pferde.“
Roger Kupfer: Schwierige Geschichte. Manche Kunden bauen zu viel Druck auf. Andere haben keine Ahnung müssen dem Trainer vertrauen. Und leider sind oft Trainer erfolgreich, die fragliche Mittel anwenden, weil sie einfach gutes Pferdematerial haben.
Um im Roger Kupfer Trainingstable reiten zu lernen, muss man nicht zwangsläufig ein eigenes Pferd mitbringen. Ko-Trainer Alfred Tretner unterrichtet Ein- und Umsteiger auf vier gut ausgebildeten Quarterhorses, darunter ein fertig ausgebildeter Reiner, einen Allrounder und zwei Pleasure- und Trailpferde. Seminare und Kurse finden regelmäßig statt. Roger gibt Reitern mit eigenem Ross Unterricht Schwerpunkt ist Reining. Aber auch in anderen Disziplinen bringt er seine Schüler bis zur Tunierreife und betreut sie auf den Shows. Die Anlage auf der jährlich das berühmte „Slide In“ ausgetragen wird, verfügt über zwei Reithallen (30x60 und 20x 40), einen großen Aussenreitplatz (55x100); Roundpen, Führmaschine, und Schulungsraum. Im Stall gibt es 36 Boxen einen Offenstall für die Aufzucht, Weiden und Weidepaddocks für die Berittpferde sind vorhanden. In Zukunft reite ich ca. 10 Pferde pro Tag. Der Unterricht von Ein- und Umsteigern wird ausgebaut, erzählt Roger.

NRHAtoday: „Sie trainieren seit 20 Jahren Westernpferde. Was tun Sie für Ihre persönliche Weiterbildung?“
Roger Kupfer: Zusammenarbeit mit amerikanische Berufskollegen, die auf der gleichen Welle liegen. Erweiterung des Spektrums durch Seminare von Osteophaten, Equine Sport Therapist Michael Baxster und Zusammenarbeit mit Klassischen-Reitkollegen. Außerdem Seminare in Rhetorik und Didaktik.“

NRHAtoday: Was sind die drei wichtigsten Punkte für einen Amateur, um erfolgreich auf Tunieren zu sein?
Roger Kupfer: Ein sehr gutes Pferd, viel Fleiß und der Wille ein guter Reiter zuwerden, und das vermixt mit viel Geduld, werden hier zum Erfolg führen.“

NRHAtoday: „Was wünschen Sie sich für die Zukunft?“
Roger Kupfer: Für die Reiner ein 6 oder 8 Jahresprogramm mit Hinblick auf die Teilnahme bei olympischen Wettkämpfen. Mehr internationale Manschaftsvergleichskämpfe, um nach außen hin mehr Reflektion für den olympischen Gedanken zu bekommen. Mehr Disziplin und Kontrolle auf den Abreitplätzen, um eine Verrohung des Reiningsports zu verhindern.“

NRHAtoday: „Was könnte die NRHA Germany Ihrer Meinung nach noch verbessern?“
Roger Kupfer: Mehr für die Öffentlichkeitsarbeit tun. Zum Beispiel Prominente zu den großen Tunieren einladen. Außerdem ist die Bildungsschiene für junge Trainer schlecht. Das sollte man mal Überdenken.

NRHAtoday: „Züchten Sie auch?“
Roger Kupfer: „Züchten kann zur Leidenschaft werden, aber auch den Geldbeutel des Trainers sehr belasten.Es könnte auch durch Selektion der Stuten und Hengste ein extra Betriebszweig geschaffen werden. Meine bevorzugten Blutlinien sind Hollywood Jac gekreuzt mit Doc Bar Blut. Als Zuchtziel: Nervenstarke aber nicht unsensible, rittige Pferde zu kreieren.“

NRHAtoday:: Sie haben Ihre Anlage verkauft. Wo trainieren Sie in Zukunft? Wird es das „Slide In“ weitergeben?“
Roger Kupfer: Stimmt die Anlage ist verkauft. Aber sonst bleibt alles beim Alten, d.h. meine Telefonnummer hat sich natürlich geändert, ich bin jetzt mobil zuerreichen unter 0171/4123233aber ich bleibe in Freystadt, und auch das Slide In findet weiter statt.“

Roger wir danken Dir für dieses Gespräch. nach oben